Geschrieben von herzigmarketing

Das Problem mit der digitalen Zukunft der Supply Chain

Auf dem 34. Deutschen Logistikkongress wurden die massiven Veränderungen durch neue digitale Geschäftsmodelle erneut mehr als deutlich. Mit Hilfe von Datenbanken und Algorithmen entstehen immer neue Services für Verlader. Und immer mehr Wettbewerb, gerade für klassische Spediteure!

Unsere aktuelle Studie zum Thema >Digitale Konkurrenz im Transportmarkt< benennt ein ernstes Problem. Ja, es gibt großartigen Chancen für die Branche, für neue Geschäftsmodelle und neue Mitspieler. Aber ein Großteil der klassischen Logistikdienstleister kann mit den digitalen Entwicklungen nur bedingt Schritt halten. Den meisten Spediteuren fehlt es vor allem an Zeit und Sachkompetenz, um IT, Prozesse und Vertrieb für die Zukunft fit zu machen. Das gefährdet nicht nur diese oft überforderten KMU, das gefährdet die digitale Zukunft der gesamten Supply Chain. Erfolgreiche, flächendeckende  Logistikketten sind immer nur so gut, wie das schwächste Glied. Wo immer die modernen, effizienten und kollaborativen Lösungen, all die wunderbar innovativen Big Data Anwendungen, die intelligenten Apps und die Vernetzung in der Cloud oder über die Blockchain nicht eingesetzt werden (können), überall dort entstehen Brüche in der digitalen und realen Supply Chain.  

Der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck hat in seiner bemerkenswerten Rede auf dem diesjährigen Berliner Logistikkongress von seiner Sorge gesprochen, viele Bürger würden den Status Quo einer – noch so erfolgversprechenden – Veränderung vorziehen. Er wirbt für mehr Mut, Mut zu Veränderungen. Die Logistikbranche hat sich Veränderungen nie verschlossen, hat immer Mut bewiesen und sich in den letzten Jahrzehnten massiv gewandelt und weiterentwickelt. Und die Big Player werden sich auch in Zukunft weiterentwickeln können. Das zeigt exemplarisch der Gewinner des Deutschen Logistik-Preises 2017, Bosch. Statt nur einzelne Supply-Chain-Segmente zu optimieren, hat die Logistik bei Bosch unter dem Slogan „Striving for Supply Chain Excellence“ innerhalb von vier Jahren einen grundlegenden Veränderungsprozess durchlaufen, eine neue Rolle im Unternehmen eingenommen und über den Total Cost of Ownership Ansatz beeindruckende Einsparungen erreicht. Ein unternehmensübergreifender Change, eine umfassende Veränderung die den Preis wirklich verdient hat. 

Doch welche KMU haben die Ressourcen, die Kraft und den Mut für solche umfassenden Veränderungen? Das Wollen ist da, aber oft gelingt schon die Umstellung auf eine eigene elektronische Buchhaltung nicht. Geschweige denn die Planung und Umsetzung eigener Blockchain Projekte oder anderer zukunftsweisender Ideen. Die Leuchtturm-Projekte der großen Unternehmen erscheinen fast immer eine Nummer zu groß.

Alle Beteiligten, alle Verbände auf Logistik- und Verladerseite, die Verlader selbst, die IT Dienstleister und Berater, alle dürfen die KMU nicht zurücklassen. Gemeinsam müssen KMU taugliche Lösungen, pragmatisch zu implementierende, skalierbare und bezahlbare Angebote zur Verfügung gestellt werden. Nur dann erfährt die digitale Transformation der Logistik eine flächendeckende, durchgängige Akzeptanz und Anwendung.    

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