Geschrieben von Heike Herzig

Schalten Sie das Kopfkino Ihrer Leser an!

Wenn wir Informationen mit Bildern verknüpfen, können wir uns Dinge viel besser merken. Von dieser weit verbreiteten Lernmethode haben Sie bestimmt auch schon gehört. Bilder lösen in uns Gefühle aus und bleiben deshalb länger im Gedächtnis. Das funktioniert auch in anderen Zusammenhängen: Ein Text mit gelungenen bildhaften Formulierungen wird bei Ihren Lesern deutlich mehr Spuren hinterlassen als ein sachlicher Bericht.

Treffende Sprachbilder und anschauliche Umschreibungen machen Texte also nicht nur lebendiger und besser verständlich, sie sorgen im besten Fall auch dafür, dass Leser Feuer fangen und sich brennend für Ihre Produkte oder Dienstleistungen interessieren. Denn in Bilder verpackte Informationen werden im Kopf des Lesers lebendig und lösen bei ihm Gefühle aus. Und können sich so einfacher einnisten.

Nehmen wir mal als Beispiel die Wendung „ziehende Einheiten“. Könnte man das nicht auch anders sagen? Ich denke schon. Zumindest fallen mir dazu noch diese Möglichkeiten ein:

  • Lastkraftwagen
  • Zugmaschine
  • Truck
  • Brummi

Unterscheiden sich Wörter und Wendungen in ihrer Wirkung? Ja, sagt Hans-Georg Häusel. Er hat in seinem Marketing-Bestseller „Brain View“ folgende Reihenfolge erstellt.

  1. Stärkste Wirkung: Bildhafte Wörter und Wendungen, die starke Emotionen auslösen (Starke Lust / Unlust in jeder Ausprägung) – Beispiel Brummi
  1. Starke Wirkung: Bildhafte Wörter und Wendungen, die weniger emotional sind, die jedoch Bewegung oder Handlung im weitesten Sinne auslösen – Beispiel Truck
  1. Wirkung: Bildhafte Wörter und Wendungen – Beispiel Lastkraftwagen/Zugmaschine
  1. Weniger starke Wirkung: Abstrakte Begriffe — und nicht bildhafte Wörter und Wendungen – Beispiel ziehende Einheit

Doch Vorsicht: Sprachbilder funktionieren nur im richtigen Zusammenhang. Stimmt der Kontext nicht, kommt das Kopfkino ihrer Leser schnell ins Stolpern. Stefan Gottschling hat in seinem „Lexikon der Wortwelten“ drei weitere Regeln aufgestellt, wie man mit Sprachbildern richtig umgeht:

  • in einer Bilderwelt bleiben
  • Bilder nicht zu lange halten
  • Bilder nicht um jeden Preis konstruieren

In dem Buch finden Sie übrigens jede Menge Anregungen und Tipps, wie Sie den Startknopf für das Kopfkino Ihrer Leser bedienen. Sollten Sie danach immer noch im Dunkeln tappen, beraten wir Sie gerne!

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